5 tolle, nicht-normative Kinderbücher

Könnten wir nur ein einziges Spielzeug auswählen, so wären es tausend Kinderbücher. Obwohl sie vielleicht klassischerweise gar nicht per se als Spielzeug gelten. Ich lese sehr gerne vor und meine Kinder hören sehr gern zu. Sie gucken aber auch selber gern, können sich also auch prima allein damit beschäftigen. Ausserdem eröffnen sie uns so viele Welten. Wir können morgens schon mit Pippi Langstrumpf Sahnetorte frühstücken. Mittags mit dem Zug nach Lummerland tuckern, um mit Alfons dem viertelvorzwölften zu speisen. Nachmittags treffen wir Alice im Wunderland zu Tee und Kuchen und fliegen ob all unseren guten Gedanken mit Marry Poppins wieder zurück in den heimischen Gütschwald, wo wir Ronja Räubertochter zum Frühlingsschrei treffen. Spät bei Kerzenschein und Abendmagie jagen wir an Peter`s und Tinkerbell`s Seite in Neverland Piraten.

Die ganze Welt läge uns zu Füssen in Form unseres allerliebsten Spielzeuges: dem Kinderbuch

Natürlich lieben wir Märchen und Klassiker. Auch sehr triviale Prinzessinenliteratur und die eher platte Dichtkunst des Greg Heffley tummelt sich hier – schlicht, weil meine Kinder eben auch dadrauf abfahren. Und so lange es auch alternierenden Lesestoff gibt, ist das doch kein Problem.

Besonders aber mag ich Kinderbücher, die nicht die gängige Norm statuieren. Oder Themen ansprechen, die von der Gesellschaft eben noch immer gern aussen vor gelassen werden. Homosexualität beispielsweise. Ich glaube, dass es viel bringt, mit Kindern diese Thematik ein bisschen aufzugreifen. Es einfach ganz normal im Alltag zu behandeln, wie man es mit andern Dingen, die in Kinderbüchern vorkommen, eben auch tut. Über die geeignete Geschichte ist eine Nähe zwischen Kind und Thema relativ einfach herzustellen.

Unsere 5 nicht-normativen Kinderbuchlieblinge

1.) Luzie Libero und der süsse Onkel – Ein total witziges Kinderbuch, das Homosexualität thematisiert. Ganz ohne Erklärungen und ohne Zeigefinger, einfach mitten aus dem Leben. Die Schriftstellerin zählt in Schweden zu den erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen – und das zu Recht!

2.) Der Junge im Rock – Als Felix im Kindergarten wegen seines Rocks ausgelacht wird, kommt der Vater daher, ebenfalls im Rock und fragt die Plagegeister, ob ihnen bisher noch niemand gesagt habe, dass heutzutage jeder das anziehen darf, was ihm gefällt. Die Illustration lässt vielleicht zu wünschen übrig, aber die Geschichte dahinter macht das mehr als wett.

3.) König&König – Auch hier: Homosexualität. Der König findet natürlich keine Frau, weil er schwul ist. Zum Glück bringt eine Anwärterin ihren Bruder mit. Liebe auf den ersten Blick. Herrlich gezeichnet und wunderbar geschrieben.

4.) Karlinchen – Ein Kind, das vor dem Krieg flüchten muss. Nirgends wird es vorbehaltlos aufgenommen, überall gibts ein grosses ABER. Zum Schluss darf es zum Glück bei einem lieben Narren bleiben und die Kinder haben bis dahin ALLE restlos begriffen, wie viel Platz & Essen wir hier für Flüchtlinge haben und wollen dies auch alles gerne teilen.

5.) Wazn Teez? – Wahrscheinlich das lustigste Buch aller Zeiten. Drollige Bilder und eine Geschichte in einer Geheimsprache regen zum “sprachausbrüten” an. Worum könnte es hier gehen? Was heisst Sprossel? Ausserdem wird hier immer gaaaanz viel gelacht während der Buchlektüre.

Welches sind eure Lieblingsbücher?

6 Kommentare bei „5 tolle, nicht-normative Kinderbücher“

  1. Und sie sprechen mir aus dem Herzen deine Buchempfehlungen. Nicht nur die 5 Neulinge, jede einleitende Zeile, die mich gleich auf den Waldesruhbalkon zum Ronja-Morgenschrei bewegen. Ein erneutes DANKE deinen verzaubernden und inspirierenden Zeilen!
    Wie ist das eigentlich so… Ich besitze sie ja so gerne, all die schönen Büechli. Kombiniert mit der wachsenden Überzeugung, dass weniger mehr ist, wie machst du/ihr das? Habt ihr Teilkreise, Tauschbörsen, Bibliotheken-Abos oder Leihgaben von Shriftsteller? ?

    1. kidsoverthemoon sagt: Antworten

      Fräulein Winter <3 Bei Büchern gilt das Credo - welches ich ansonsten zweifelsohne mit dir teile - nicht. Da denke ich schwer, dass mehr mehr sei 🙂

  2. Das sind wahrlich tolle Buchempfehlungen. Ich finde es wichtig, dass bereits im frühesten Kindesalter solche Themen adressiert werden und bereits früh ein Bewusstsein dafür entsteht, dass nicht immer alles oder jeder der Norm entsprechen muss. Dann wird das Leben nämlich farbig und farbig ist viel schöner als nur schwarz-weiss…

    1. kidsoverthemoon sagt: Antworten

      Als wir kürzlich irgendwo standen, die Mädchen, eine Freundin von mir und ich.. da sagte das Louloukind zu mir: “Die Menschen hier wissen alle gar nicht, dass du drei Kinder hast. Die denken, du hättest bloss zwei. Und die denken auch, dass wir keinen Papi sondern zwei Mamis haben.” Und sie meinte es so echt und wertfrei, dass es mich sehr gefreut hat irgendwie.

  3. So toll!
    Eine vorurteilsbewusste Erziehung (und eben die entsprechenden Bücher) halte ich für ein Geschenk … denn zügig gehts dann ja in den Garderoben und auf dem Pausenplatz los mit dem homophoben Sätzen.
    Daher ein Hoch auf König & König!

    1. kidsoverthemoon sagt: Antworten

      Vielen Dank Petra – und genau so ist es! Ein fünffaches Hoch aufs Leben!

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